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Die Vorsitzenden

So fing alles an

Alexander Kirchner

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Keine Gründung unter den Gewerkschaften in Deutschland war so schwierig, wie die der Eisenbahner."Von diesem Glauben ließen sich auch die Regierungen und Privatgesellschaften leiten, glaubten den Unkenrufen und stellten sich deshalb in Kämpferpose gegen die Solidaritätsbestrebungen der Proletarier vom geflügelten Rade."

In Massen folgten die Eisenbahner dem Aufruf ihres späteren Gewerkschaftsvorsitzenden Heinrich Bürger:
"Ein geradezu fluchtwürdiges Beginnen ist es es in der Tat, über uns Eisenbahnern, die wir schon so wie so des Lebens schwere Bürde schleppen müssen, stets die schwerste Strafe: die Existenzlosigkeit, gleich einem Damoklesschwert schweben zu lassen!"
Das freie Wort ist erstickt. Neben der ungeheuren wirtschaftlichen Ausbeutung empfinden wir die infame Geistesknechtschaft aufs Schwerste. Kameraden! Trotz des eisernen Druckes, mit dem sich bisher die Verwaltung bemühte, die freiheitlichen Bestrebungen in unseren Reihen zu knebeln, ist es ihr doch nicht gelungen, die selben vollständig zu meistern. Wisst ihr noch, wie 1890 die Verwaltung den damals auflodernden Geist der Freiheit und Solidarität gewaltsam zu erdrosseln suchte?...
Der Eisenbahner lässt sich nicht mehr abspeisen, auch er verlangt das volle Recht zum Leben, das Recht zur Teilnahme an den Segnungen der Kultur! Es lebe das Vereinigungsrecht!
"Kollegen! Seit 1890 haben wir uns nicht versammelt gesehen. Am Dienstag, den 8. Dezember 1896, abends 9 Uhr, findet eine offizielle Eisenbahner- Versammlung in "English Tivoli", Kirchenallee, St. George statt. Kommt Mann für Mann hin, zaudere Keiner, das ist Euer unwürdig als Söhne einer großen Zeit!"

Das Resultat war die Gründung des Verbandes der Eisenbahner Deutschlands am 8.Dezember 1896 in Hamburg. Die Konstituierung erfolgte am 13. Januar 1897 ebenfalls in Hamburg.
Es war der erste, überregional konzipierte Deutsche Eisenbahnerverband, der nicht Vorgängerorganisation einer Gewerkschaft war, sondern von Anfang an eine Gewerkschaft selbst und zwar für alle Eisenbahner.
Heinrich Bürger, ein wegen seiner Gesinnung gemaßregelter Eisenbahner, wurde erwartungsgemäß als erster Vorsitzender der Eisenbahnergewerkschaft gewählt.
Der 8. Dezember 1896 ist insbesondere für TRANSNET Mitglieder ein Jahres- und Erinnerungstag, an dem die gewerkschaftliche Flamme des Kampfes zum Besseren entzündet worden war.Wenn die Organisation anderer Arbeiterbereiche in Deutschland auf allen Seiten Hindernisse und Feindseligkeiten zu überwinden hatte, so wurde es den Eisenbahnern geradezu als Verbrechen gegen die Menschheit und Kultur angelastet, dass sie sich die Erfahrungen des Proletariat zu nutze machen und sich zur Erlangung eines Menschenwürdigen Daseins organisieren wollen.
"Denn nur aus einer tief zu bedauernden Beschränktheit des Denkens lässt sich die schier erschreckende Angst des Bürgertums und der damit gepaarte fanatische Hass gegen die Organisationen der Arbeiter im Allgemeinen, gegen die Organisation der Eisenbahner im Besonderen erklären."(alle Zitate in diesem Kapitel: Heinrich Bürger a.a.O.)Mehr als Mehr al einmal schien es, als wären alle Bemühungen vergebens angesichts der Rechtlosigkeit, teils natürlicher und selbstverschuldeter Schwäche der Eisenbahner und der Allgewalt und Rücksichtslosigkeit auf Seiten der Gegner.
Die gesamte Öffentlichkeit, sogar Landtag und Reichstag ließen nichts unversucht, die Gründung zu verhindern. Es wurden alle Mittel einer rohen Polizeigewalt angewandt. Dabei darf nicht unterschätzt werden, dass die Eisenbahnverwaltungen auf eine Vielzahl von Kriechern und Denunzianten zurückgreifen konnte.
"Maßreglungen brutalster Art und die Vernichtung von Existenzen sollten Schrecken verbreiten und die Eisenbahner vom Betritt zur Organisation abhalten."
Und die Eisenbahner mussten, wie die gesamte Arbeiterschaft, gegen viele Vorurteile kämpfen, die den Menschen ein blutrünstiges Bild der Vernichtung alles Schönen, Erhabenen und Guten suggestierten und den Glauben erweckte, dass den Gewerkschaftsgründern, der Arbeiterschaft, darum ginge, über Mord und Brand den Untergang der Zivilisation zu erreichen.

Gewerkschaftsarbeit heißt immer am Mitglied bleiben...